Infomarkt Conneforde-Sottrum
Closeup Umspannwerk

Eine Leitung – Viele Herausforderungen 

Die bestehende Leitung zwischen Conneforde und Sottrum ist rund 100 Kilometer lang. Sie spannt sich vom Umspannwerk bei Conneforde vorbei an Rastede bis zur Schaltanlage in Elsfleth. Von dort geht es weiter über die Weser bei Bremen-Farge. Im Anschluss biegt die Leitung nach Osten ab, verläuft über Osterholz-Scharmbeck und Ritterhude weiter bis nach Sottrum.

Bei unserem Projekt handelt es sich um einen Ersatzneubau: Wo immer möglich, versuchen wir auch den neuen Trassenverlauf entlang der besehenden Trasse zu orientieren. Wo es etwaige Raumwiderstände verhindern, suchen wir alternative Trassenverläufe.

Zunächst haben wir die Raumwiderstände im Bereich um die bestehende Leitung herum analysiert. Dabei wurden Raumordnungskriterien (z. B. Siedlungen, Kulturgüter oder bereits bestehende Infrastruktur) und Umweltaspekte (z. B. Naturschutzgebiete, Wälder oder Trinkwasserschutzgebiete) herangezogen, um Raumwiderstände festzustellen. Aus den Daten der Raumwiderstandsanalyse sowie den Hinweisen von Behörden, Kommunen und Trägern öffentlicher Belange konnten wir Grobkorridore entwickeln, mit denen wir ab 2023 für den Abschnitt von Elsfleth/West bis Sottrum in das Raumordnungsverfahren einsteigen wollen. Für die Maßnahme von Conneforde bis Elsfleth/West kann auf ein Raumordnungsverfahren verzichtet werden, da keine nennenswerten zusätzlichen Beeinträchtigungen zu erwarten sind.

In einigen Bereichen müssen wir uns besonderen Herausforderungen stellen. Diese möchten wir Ihnen hier kurz vorstellen:

1. Multiterminal-Hub im Suchraum Ovelgönne, Rastede, Wiefelstede und Westerstede
2. Die Weserquerung bei Bremen-Farge
3. Das Umspannwerk Blockland/Neu
4. Das Umspannwerk Sottrum/West

Multiterminal-Hub im Suchraum Ovelgönne, Rastede, Wiefelstede und Westerstede

Teil unseres Projektauftrags ist der Bau einer 380-kV-Schaltanlage zur Multiterminal-Anbindung. Neben unserer Wechselstrom-Freileitung müssen an diesem Hub auch Gleichstrom-Erdkabel-Projekte angebunden werden. Dabei handelt es sich um

1. verschiedene Gleichstrom-Erdkabel, welche bis zu sechs Gigawatt Windenergie aus Offshore-Kraftwerken in das Übertragungsnetz einspeisen sollen, und

2. ein Gleichstrom-Erdkabel des Netzbetreibers Amprion, um rund zwei Gigawatt Strom weiter nach Mitteldeutschland zu transportieren. 

Das Prinzip des Multiterminal-Hubs ist eine technische Innovation. Bisher wurden Verbindungen zwischen Off- und Onshore-Leitungen immer als Punkt-zu-Punkt-Verbindungen realisiert. Dafür war der Bau mehrerer einzelner Schaltanlagen und Konverterplattformen nötig. Im Multiterminal-Hub laufen diese Verbindungen in einer einzigen Anlage zusammen, die aus mehreren Elementen besteht:

  • Einer innovativen Gleichstrom-Schaltanlage, in der statt zwei, mehrere Leitungen miteinander verknüpft werden können.
  • Einer Wechselstrom-Schaltanlage, um die Leitung Conneforde – Sottrum mit den Gleichstrom-Leitungen zu verbinden.
  • Zwei Konvertern, um den Gleichstrom in Wechselstrom (und umgekehrt) umzuwandeln.
Multiterminal Hub

Um die Anlage aufzustellen, benötigen wir voraussichtlich eine Fläche von rund 48 Hektar. Dabei kann der Hub nicht irgendwo stehen: Der Standort muss den Anforderungen von drei Projekten gleichzeitig Rechnung tragen. Da unser Projekt Conneforde – Sottrum als Ersatzneubau das Ziel hat, möglichst im Umfeld der Bestandstrasse zu bleiben, haben wir nach potenziellen Flächen nahe der bestehenden Leitung gesucht.

Auch Dank verschiedener Hinweise von Kommunen und aus der Bevölkerung, konnten wir sechs mögliche Standorte identifizieren:

Die Weserquerung bei Bremen-Farge

Nahe des Kraftwerks Farge stehen an der Weser zwei rund 135 Meter hoch Strommasten. Sie sind weithin sichtbare Landmarken. Hier quert die bestehende Leitung Conneforde – Sottrum gemeinsam mit der Elbe-Weser-Leitung (Dollern – Elsfleth/West) den Fluss.

Auch unser Ersatzneubau wird das Gewässer an dieser Stelle überqueren. Allerdings werden die Leiterseile für die neue Leitung schwerer sein als die bisherigen. Die bestehenden Maste, gebaut 1966, sind baulich nicht dazu ausgelegt, zwei 380-kV-Stromkreise mit je 4.000 Ampere zu tragen. Daher prüfen wir derzeit, ob wir die Masten verstärken bzw. umbauen können, oder ob wir neue tragfähigere Masten errichten müssen. Das Ziel ist, die Leiterseile optimal als Viererbündel anzuordnen. Dadurch reduzieren sich die Koronaentladungen, die Sie oft als Knistergeräusche wahrnehmen können.

Das Erscheinungsbild vor Ort wird sich ebenfalls verändern: Künftig wird nur noch unsere Leitung Conneforde – Sottrum die Weser an dieser Stelle überqueren. Die Elbe-Weser-Leitung (380-kV-Leitung Dollern – Elsfleth/West) wird an anderer Stelle über den Fluss führen. Für sie werden Querungsmöglichkeiten weiter nördlich untersucht. Da die Leitung weiter in Richtung Norden verläuft, liegt es nahe, sie bereits an der Weser getrennte Wege gehen zu lassen. Auch die Themen Betriebssicherheit und Instandhaltung spielen dabei eine Rolle. Grundsätzlich sind alle unsere Leitungen ausfallsicher (“(n-1)-sicher”) gebaut. Durch die höhere Übertragungs­leistung spielen beide Leitungen künftig aber eine größere Rolle für die Versorgungssicherheit – durch die räumliche Trennung können beide Leitungen getrennt voneinander gewartet und instandgehalten werden. So kann eine Leitung immer die Versorgung sicherstellen, sofern dies erforderlich werden sollte.

Das bestehende Umspannwerk in Farge erfüllt eine besondere Funktion für die Strom­versorgung Bremens und des Bremer Umlands. Die dort vorhandene Leitungsinfrastruktur inklusive des Umspannwerks bleibt daher in Farge erhalten. Dort wird künftig die Leitung Conneforde – Sottrum angebunden.

Masten der Weserquerung 1

Die Weserquerung zwischen Berne und Farge

Das Umspannwerk Blockland/Neu

Karte Blockland/Neu

Der Trassenverlauf von Elsfleth bis auf Höhe Lilienthal ist abhängig vom Standort eines neuen Umspannwerks in Bremen (Arbeitstitel Blockland/Neu). Das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) Lüneburg hat im Untersuchungsrahmen festgelegt, dass TenneT für das Raumordnungsverfahren zwei mögliche Standorte für das Umspannwerk untersuchen soll.

Variante 1 sieht vor, das Umspannwerk auf einer Fläche an der Bundesautobahn 27, nahe der Abfahrt Industriehäfen zu bauen. Die Anbindung erfolgt hierbei von Norden: Von Elsfleth kommend überquert unsere Leitung die Weser an der bestehenden Stelle bei Bremen-Farge. Dabei würde das Kraftwerk Farge angebunden. Im Anschluss würde die Leitung nördlich von Farge in Richtung Osterholz abzweigen und über Lilienthal bis Sottrum verlaufen. Auf Höhe Ritterhude zweigt die Anbindung des Umspannwerks von der Trasse ab und verläuft in enger Bündelung mit der in Planung befindlichen Bundesstraße 74neu.

Karte Blockland/Neu

Variante 2 verläuft hingegen südlich von Bremen. Östlich von Elsfleth biegt die Leitung ab und spannt sich durch die Gemarkungen der Gemeinden Berne und Lemwerder. Die Querung der Weser erfolgt hier auf Höhe der Ochtum-Mündung. Auf der gegenüberliegenden Uferseite, am östlichen Rand des Werderlandes, prüfen wir derzeit eine geeignete zweite Fläche für das Umspannwerk. Sollte der Bau hier erfolgen, würde unsere Leitung in enger Bündelung mit bereits bestehenden 110-kV-Leitungen entlang der Bundesautobahn 281 und weiter an der geplanten Bundestraße 74neu nach Norden geführt. Bei Ritterhude schließt sie wieder an den Bestandsverlauf an und läuft in Richtung Lilienthal und Sottrum.

Das Umspannwerk Sottrum/West

Im Raum Sottrum suchen wir einen Standort für ein weiteres Umspannwerk. Unsere Leitung Conneforde – Sottrum soll dort mit der zu planenden Elbe-Lippe-Leitung verknüpft werden. Damit stellen wir die Versorgungssicherheit in Ost-West- und Nord-Süd-Richtung sicher.

Neben den beiden 380-kV-Leitungen Conneforde – Sottrum und Elbe-Lippe-Leitung soll die Anlage außerdem Strom aus der 110-kV-Ebene aufnehmen. Regional produzierter Strom aus Windkraftanlagen wird damit ins Netz eingespeist. Ebenfalls wird vom neuen Umspannwerk die Region auf 110-kV-Ebene mit Strom versorgt.

Für das neue Umspannwerk haben wir bisher vier potenzielle Standortflächen ausgemacht und mögliche Anschlussvarianten entwickelt:

Raumwiderstände USW Sottrum

Das bereits bestehende Umspannwerk in Sottrum kann nicht erweitert werden und kommt daher für die Anschlüsse dieser verschiedenen Leitungen nicht in Frage. Gleichzeitig muss das Umspannwerk aus Gründen der Versorgungssicherheit bestehen bleiben. 

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