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EMF

Elektrische und magnetische Felder umgeben uns überall, mal stärker und mal schwächer. Überall wo Strom fließt, sind die Felder vorhanden. Wir bei der TenneT achten auf die Einhaltung der Grenzwerte und unterschreiten diese auch deutlich. Wie die Werte bei den Freileitungsprojekten sind und was das für die Menschen und die Umwelt bedeutet, erfahren Sie in den untenstehenden Informationen.

Elektrische und magnetische Felder bei Freileitungen

Unsere Stromversorgung basiert auf Wechselstrom mit einer Frequenz von 50 Hertz. Die niederfrequenten Felder, die hier entstehen, treten nur in der unmittelbaren Umgebung der Stromleiter auf. Ihre Stärke nimmt mit zunehmender Entfernung sehr schnell ab.

Daher sind in unserer Wohnumgebung die Felder, die von Überlandleitungen ausgehen, in der Regel viel schwächer als die von Haushaltsgeräten in unserer direkten Nähe. 

Elektrische und magnetische Felder bei Freileitungen

Elektrische Feldstärke

Der Grenzwert für die elektrische Feldstärke beträgt 5 Kilovolt pro Meter (kV/m). Er wird am tiefsten Punkt der Leitung in einem Meter Höhe über der über der Geländeoberkante gemessen. In einer theoretischen Maximalbelastung beträgt die elektrische Feldstärke abhängig von der Anordnung der Leiterseile bis zu 5 kV/m. Der Grenzwert wird eingehalten. In einem Abstand von 100 Meter beträgt die elektrische Feldstärke noch ca. 0,06 kV/m.

Tabelle Elektrische Feldstärke

Magnetische Flussdichte 

Der Grenzwert für die magnetische Flussdichte beträgt 100 Mikrotelsa (µT). Er wird am tiefsten Punkt der Leitung in einem Meter Höhe über der Geländeoberkante gemessen. In einer theoretischen Maximalbelastung beträgt die magnetische Flussdichte abhängig von der Anordnung der Leiterseile bis zu 50 µT. Der Grenzwert wird sehr deutlich unterschritten. In einem Abstand von 100 Meter beträgt die magnetische Flussdichte ca. 0,6 µT.  

Tabelle Magnetische Flussdichte

EMF und der menschliche Körper

Im menschlichen Körper liegen elektrisch geladene Teilchen vor. Die Bewegung dieser Teilchen führt zu elektrischen Strömen. Bei vielen Stoffwechselvorgängen werden elektrisch geladene Teilchen verschoben. Nerven leiten ihre Signale dann in Form elektrischer Impulse weiter. Die Gesamtheit dieser Ströme wird in Form der Körperstromdichte gemessen. Diese liegt im natürlichen Bereich zwischen 1 und 10 Milliampere pro Quadratmeter (mA/m²). Wirken äußere elektrische oder magnetische Felder auf den Menschen ein, entstehen zusätzliche Ströme im Körper. Ab einem bestimmten Schwellenwert kommt es zunächst zu biologischen Effekten (von Wahrnehmung bis Schmerz) und bei sehr viel höheren Strömen auch zu unmittelbaren gesundheitlichen Gefahren (siehe Grafik).

Deshalb muss der Mensch vor sehr hohen Feldstärken, die eine Auswirkung auf den Körper haben können, durch unbedingt einzuhaltende Grenzwerte geschützt werden. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) sowie in Deutschland das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) und die dem Bundesumweltministerium unterstellte Strahlenschutz­kommission (SSK) stellen gestützt auf unabhängige wissenschaftliche Untersuchungen sicher, dass die gültigen Grenzwerte ein Risiko für den Menschen ausschließen.

Grenzwerte Körperstromdichte

Der von der WHO empfohlene Grenzwert ist in der 26. Verordnung zur Durchführung des Bundes-Immissionsschutzgesetzes (BImSchV) für Deutschland umgesetzt und beträgt (bei 50 Hertz-Leitungen) für die magnetische Flussdichte 100 Mikrotesla (µT) und für die elektrische Feldstärke 5 Kilovolt pro Meter (kV/m).

Diese Grenzwerte sind von der natürlichen Körperstromdichte abgeleitet, so dass keinesfalls eine zusätzliche Belastung auftreten kann.

Langfristige Auswirkungen

Besteht die Gefahr einer langfristigen gesundheitlichen Schädigung?

Diese Frage nehmen wir sehr ernst und orientieren uns an den Erkenntnissen des Bundesamtes für Strahlenschutz, sowie der WHO und der Internationalen Krebsforschungsagentur.

Eine langfristige gesundheitliche Schädigung ist nicht nachgewiesen.

Die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) ordnet „elektromagnetische“ Felder dennoch in die Gruppe 2B als „möglicherweise krebserregend“ ein. „Möglicherweise“ wird dort als „begrenzter oder unzureichender Nachweis von Kanzerogenität bei Menschen“ beschrieben. Ein eingeschränkter Nachweis besteht, wenn ein positiver Zusammenhang zwischen elektromagnetischen Feldern und Leukämie möglich sein könnte, der Nachweis aber aufgrund systematischer Fehler und Störvariablen nicht vertretbar angenommen werden kann. Daher ist auch hier von keiner Schädigung des menschlichen Organismus, verursacht durch elektrische und magnetische Felder auszugehen.

In der Gruppe 2B der IARC finden sich auch das Kaffeetrinken und das Benutzen von Laserdruckern.
Quelle

Die deutsche Strahlenschutzkommission sieht nach Bewertung der neueren wissenschaftlichen Literatur keine wissenschaftlichen Erkenntnisse in Hinblick auf mögliche Beeinträchtigungen der Gesundheit durch niederfrequente elektrische und magnetische Felder vorliegen. Daher sieht diese auch keine Notwendigkeit die bestehende Grenzwertregelung der 26. Bundesimmissionsschutzgesetzverordnung zu verändern.
Quelle: Strahlenschutzkommission (2008): Schutz vor elektrischen und magnetischen Feldern der elektrischen Energieversorgung und –anwendung.

Weltgesundheitsorganisation (WHO) und International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) bewerten insbesondere Studien, die den Zusammenhang zwischen magnetischen Feldern und Leukämie bei Kindern untersuchen. Die WHO weist darauf hin, dass die Aussagekraft einiger Studien vor dem Hintergrund methodischer Probleme, wie Verzerrungen bei der Auswahl der Stichprobe, kritisch zu würdigen ist.
Quelle: World Health Organization (2007): Electromagnetic fields and public health, Exposure to extremely low frequency fields, Fact sheet N°322

Nach der International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (ICNIRP) konnten einzelne Studien, die auf ein statistisch erhöhtes Risiko von Leukämie im Kindesalter durch magnetische Felder hindeuten, in Laboruntersuchungen nicht bestätigt werden.
Quelle: International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (2010a): ICNIRP Guidelines For Limiting Exposure To Time - Varying Electric And Magnetic Fields (1 HZ – 100 kHz)

Übereinstimmend sahen ICNIRP und WHO, BfS, sowie SSK keinen Anlass, den geltenden Grenzwert zu senken. Die ICNIRP & WHO wären sogar bereit, ihn auf 200 µT zu erhöhen.
Quelle: International Commission on Non-Ionizing Radiation Protection (2010b): Fact Sheet On the Guidelines for Limiting Exposure to Time-Varying Electric and Magnetic Fields (1Hz – 100kHz), in: Health Phys 99 (6):818-836.

Diese Werte und die in Deutschland geltenden 100 Mikrotesla unterschreiten wir bei weitem.

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