Digitales Infoforum Ostbayernring
Bau und Rückbau Closeup

Bau und Rückbau

Sechs Bauphasen

Der Bau einer Freileitung lässt sich in mehrere Phasen unterteilen. Noch während der Genehmigungsplanung werden als bauvorbereitende Maßnahme sogenannte Baugrund­untersuchungen im Bereich der Maststandorte durchgeführt, um Informationen über den jeweiligen Baugrund zu erhalten. Nachdem eine Genehmigung für das Vorhaben vorliegt, beginnen die eigentlichen Bauarbeiten am Ostbayernring mit der Einrichtung der Bau­stellen. Zunächst wird bei der Mastgründung ein Fundament gesetzt, das der Tragfähigkeit des vorhandenen Baugrundes entspricht. Darauf aufbauend werden die Masten montiert. Deren einzelne Bauteile werden vor Ort vormontiert und verschraubt. Mit der als Seilzug bezeichneten Montage der Leiter- und Blitzschutzseile werden die Arbeiten abge­schlos­sen. Alle vorübergehend genutzten Flächen, Arbeitsflächen, Straßen und Wege werden nach dem Bau in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Die durch­schnittliche reine Bauzeit für einen Mast beträgt rund vier bis sechs Wochen.

Ostbayernring Bestand

Vor Baubeginn werden die Eigentümer, Pächter und Behörden in der Region informiert, um die im Detail zu berücksichtigenden Bauanforderungen und den Bauablauf abzustimmen. Die bauaus­führenden Firmen richten sich für die Zeit des Baus einen Bauhof mit Büro, Lagerflächen und Platz für Maschinen und Geräte ein. Von hier aus sorgen sie für den reibungslosen Bauablauf entlang der Trasse.

Zu Beginn der Bauarbeiten wird der genaue Maststandort gemäß den Koordinaten aus der Planfeststellung abgepflockt. Je nach Beschaffenheit des Bodens wird entweder die Flach­gründung oder die Tiefgründung gewählt. Zu den Flachgründungen zählen die Plattenfundamente und die Stufenfundamente. Als Tiefgründungen bezeichnet man gerammte oder gebohrte Fundamente.

Direkt auf der Baustelle werden zunächst die Querträger und die einzelnen Schüsse des Mastes (ähnlich dem Stockwerk bei Gebäuden) vormontiert und miteinander verschraubt. Ein Mobilkran hebt anschließend die einzelnen Mastbauteile in die entsprechende Höhe und Position.

Anschließend wird der Mast gestockt. Dabei wird zuerst das Mastunterteil auf das Fundament gesetzt und die Eckstielen miteinander verschraubt. Anschließend folgen die Mastmitte und zuletzt die Mastspitze.

Für die anschließenden Seilzugarbeiten werden Leiterseile und Blitzschutzseile an die Baustelle angeliefert. Diese sind auf Trommeln aufgerollt. Bei den Seilzuarbeiten werden die Leiterseile mit Hilfe eines Vorseils über eine Seilwinde oder per Helikopter über Rollen, die sich an den Masten befinden, aufgezogen. Um den Durchhang der Leiterseile zu regulieren, ist auf der anderen Seite des Abspannabschnittes eine Bremse befestigt.

Nach der Beseilung ist der Mast fertiggestellt. Nun werden alle vorübergehend genutzten Flächen, Arbeitsflächen, Straßen und Wege in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Mobile Baustraßen (z. B. Baggermatten und Holzbohlen) werden ebenso abtransportiert. Die bauaus­führende Firma verlässt die Baustelle zusammen mit allen eingesetzten Geräten und Materialien.

Inbetriebnahme des neuen Ostbayernrings

Ein Teilabschnitt des Ostbayernrings ist dann fertiggestellt, wenn alle Masten im Planungs­abschnitt komplett beseilt sind und die Leitung an die Umspannwerke angeschlossen ist. Eine besondere Herausforderung ist es, die neue Leitung in das bereits vermaschte Leitungsnetz aufzunehmen. Erst nach einer Baukontrolle schaltet die Leitwarte die neue Leitung für den Dauerbetrieb frei. Präzise Netzberechnungen und eine hochwertige Bau­kontrolle garantieren dabei eine reibungslose Inbetriebnahme. An diesem Punkt ist ein Teil des Ostbayernrings fertiggestellt!

Rückbau der Bestandsleitung

Da es sich beim Ostbayernring um einen Ersatzneubau handelt, wird neben der Bestand­strasse eine komplett neue Leitung errichtet. Nach der Inbetriebnahme des neuen Ostbayern­rings kann und wird die alte Leitung abgeschaltet und abgebaut. Immer wenn eine Strecke gebaut und in Betrieb genommen ist, wird mit dem Rückbau der alten Leitung begonnen. Für den Rückbau sind dieselben Baufirmen beauftragt, die auch den Neubau errichten. Dabei müssen jedoch mögliche Bauzeitbeschränkungen berücksichtigt werden, die sich aus ökologischen Vorgaben wie beispielsweise Brutzeiten oder Kröten­wanderung ergeben.

Beim Rückbau wird der Mast mit einem Mobilkran demontiert. Dafür wird die Verschrau­bung des Mastes an geeigneten Verbindungsstellen geöffnet. Er wird dann in Einzelteile zerlegt und daraufhin abtransportiert.

Wie tief die Fundamente der Maste beim Ostbayernring zurückgebaut werden, legt die Genehmigungsbehörde mit dem Planfeststellungsbeschluss fest. Nach der Erfahrung aus anderen Projekten kann von einer Standardtiefe von rund 1,20 Meter unter Erdoberkante ausgegangen werden. Für den Rückbau der Betonfundamente kommt ein Bagger mit Hydraulikmeißel zum Einsatz.

Abschließend werden die Fundamentgruben mit geeignetem und ortsüblichem Boden den vorhandenen Bodenschichten entsprechend wiederverfüllt. Zuletzt wird das eingefüllte Erdreich ausreichend verdichtet.

Sicherheit auf der Baustelle

Das Thema Sicherheit hat bei TenneT nicht nur beim Bau des Ostbayernrings oberste Priorität. Dies betrifft die Sicherheit und Stabilität der Übertragungsnetze, wie auch die Sicherheit der Menschen im Umfeld unserer Leitungen. Beim Bau von Höchstspannungsleitungen überwacht der Bauleiter vor Ort die strikte Einhaltung aller geltenden Sicherheitsvorschriften und sorgt damit für einen reibungs­losen und vor allem sicheren Ablauf beim Bau des neuen Ostbayernrings.

Sicherheit auf der Baustelle

Sie interessieren sich für den Bau einer Freileitung?

In dieser Broschüre ist der gesamte Bauablauf und die damit zusammenhängenden Aufgaben zusammengefasst. Der Bau startet nachdem der jeweilige Teilabschnitt des Ostbayernrings durch die zuständigen Behörden genehmigt wird. Erst nach dieser recht­lichen Grundlage können wir mit dem Bau beginnen. Davor finden allerdings schon in der Phase der Planung & Genehmigung einige Vorarbeiten, wie Kartierungen oder Baugrund­untersuchungen statt.

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