Digitales Infoforum Ostbayernring
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Natur und Umwelt

Dem Natur- und Umweltschutz wurde bei der Planung des neuen Ostbayernrings eine sehr hohe Bedeutung beigemessen. Dabei haben wir in Abwägung aller Schutzgüter versucht, bei unserem Vorhaben die Beeinträchtigungen durch den Ostbayernring  für Mensch und Natur auf ein Minimum zu reduzieren.

Sonnenblumenfeld

Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete, geschützte Landschaftsteile, Natur- und Kultur-denkmäler sowie FFH- und Vogelschutzgebiete wurden dabei selbstverständlich berücksichtigt.

Im Genehmigungsverfahren wurde eine Umweltverträglichkeits­studie durchgeführt, die die Grundlage für unsere umwelt­schonende Planung gebildet hat. Auf dieser Basis wurde ein Landschaftspflegerischer Begleitplan entwickelt, der die Wirkungen der Planung ab­bildet und Maßnahmen aufzeigt, die nicht vermeidbare Eingriffe minimieren oder gege­benen­falls ausgleichen können.

Schutzgut Mensch

Bei der Planung des neuen Ostbayernrings wurden die Auswirkungen auf den Menschen genau untersucht. Berücksichtigt wurde dabei der Schutz vor möglichen schädlichen Umwelteinflüssen wie elektromagnetischen Feldern und Lärmemissionen, wie auch mögliche Beeinträchtigungen durch sogenannte Sichtbeziehungen.

Grundsätzlich wurden bei der Planung Siedlungsgebiete besonders berücksichtigt. Weitestgehend wird der neue Ostbayernring in großer Entfernung zu Wohnbebauung verlaufen. Schädliche Umwelteinwirkungen können aber auch schon im Nahbereich der Freileitung ausgeschlossen werden. Im Zuge der Genehmigungsplanung wurden immis­sions­schutzrechtliche Gutachten erstellt, in denen die Maximalwerte der elektrischen und magnetischen Felder sowie die Schallimmissionen untersucht wurden. In allen Bereichen werden die gesetzlich vorgeschriebenen Grenzwerte deutlich unterschritten.

Elektromagnetische Felder

Überall wo Strom fließt, gibt es elektrische und magnetische Felder. Das gilt für jedes Haushaltsgerät und selbstverständlich auch für Höchstspannungsleitungen.

Das elektrische Feld einer Höchstspannungsleitung resultiert aus der Betriebsspannung der Leitung. Die Stärke eines elektrischen Feldes wird gemessen in Kilovolt pro Meter (kV/m). Die Feldstärke nimmt mit dem Abstand vom Leiterseil deutlich ab. Bäume, Vege­tation und Gebäude reduzieren das Feld noch weiter.

Das magnetische Feld resultiert aus dem fließenden Strom in der Leitung. Die Feldlinien verlaufen in konzentrischen Kreisen um die Leiterseile. Auch hier wird die Stärke des Feldes mit zunehmendem Abstand vom führenden Leiterseil deutlich geringer. Die Stärke des magnetischen Feldes – auch als magnetische Flussdichte bezeichnet – wird gemes­sen in Mikrotesla (µT). Je größer die Stromstärke ist, desto höher fällt auch die magne­tische Feldstärke aus. Im Gegensatz zum elektrischen Feld durchdringen Magnetfelder fast ungehindert die meisten Materialien.

Um den Menschen vor schädlichen Umwelteinflüssen durch elektrische Felder zu schützen, sind in der 26. Verordnung zum Bundes-Immissionsschutzgesetz (26. BImSchV) verbindliche Grenzwerte festgesetzt. Auch nach der Novellierung der Verordnung im Jahr 2013 wurden die Grenzwerte wiederholt bestätigt. In Bereichen für den dauernden Aufenthalt der allgemeinen Bevölkerung gelten: eine elektrische Feldstärke von 5 Kilovolt pro Meter (kV/m), eine magnetische Flussdichte von 100 Mikrotesla (µT). Der Messpunkt für diese Grenzwerte liegt direkt unter der Leitung einen Meter über dem Boden.

Elektromagnetische Felder

Geräuschbelastung

Sowohl beim Bau als auch bei dem Betrieb von Stromleitungen kann es zu Geräuschent­wicklung kommen. Neben dem temporären Baulärm kann es während des Betriebs der Freileitung, wenn überhaupt, nur bei sehr feuchter Witterung (Regen oder hohe Luft­feuchte) zu sogenannten Korona-Entladungen an der Oberfläche der Leiterseile kommen. Dabei können, zeitlich begrenzt, Geräusche verursacht werden. Die Schallpegel hängen neben den Witterungsbedingungen im Wesentlichen von der elektrischen Feldstärke auf der Oberfläche der Leiterseile ab.

Die Immissionsrichtwerte für jegliche Geräuschentwicklung sind in der Technischen Anleitung zum Schutz gegen Lärm festgehalten. In reinen Wohngebieten darf ein Geräusch­pegel von 50 Dezibel tagsüber in der Regel nicht überschritten werden. Nachts sinkt der Richtwert auf 35 Dezibel. Nur in Einzelfällen und kurzzeitig ist es erlaubt, diese Werte zu überschreiten.

Verglichen mit der Bestandsleitung aus den 1970er-Jahren wird der neue Ostbayernring hier deutliche Vorteile haben – der Ersatzneubau wird im Betrieb um einiges leiser als der Vorgänger sein.

Schutzgut Tiere und Pflanzen

Bei der Planung des neuen Ostbayernrings wurden auch die Auswirkungen auf die Schutz­güter Tiere und Pflanzen untersucht. Dabei wurden besonders Beeinträchtigungen der Lebensräume von Tieren und Pflanzen durch Zerstörung, Barrierewirkungen oder auch Lärm während der Bauphase beachtet. Die Trassenführung berücksichtigt hochwertige Bereiche wie die Natura2000, FFH und Vogelschutz­gebiete sowie bedeutende Rast- und Brutgebiete von Vögeln. Auch Wälder werden gemieden.

Amphibienschutzzaun

Amphibienschutzzaun

Zur Vermeidung von Beeinträchtigungen sind vielfältige Maßnahmen möglich, wie bspw. Vergrämung, Bauzeitregelungen während der Brutsaison, Schutzeinrichtungen der Bau­felder wie Amphibienzäune, etc. Können Beeinträchtigung nicht verhindert werden, sind konkrete Kompensationsmaßnahmen geplant. Mittels Ökokonten können unter anderem beeinträchtigte Biotope oder auch Tierlebensräume in Trassennähe ausgeglichen werden.

Schutzgut Landschaft

Das Schutzgut Landschaft ist besonders durch die Sichtbarkeit der Freileitungsmasten betroffen.

In der Planung wurden, wo möglich, insbesondere unbelastete offene Landschaften und auch Wälder durch Orientierung der Trasse an bestehenden Infrastrukturen (Straßen oder Windparks) geschont. Beeinträchtigungen werden durch eine Kompensationszahlung an die unteren Naturschutzbehörden ausgeglichen. Diese Zahlung für Eingriffe in das Land­schaftsbild muss zweckgebunden für den Naturschutz verwendet werden.

Amphibienschutzzaun

Schutzgut Wasser

Wasser als schützenswertes Gut ist durch den Ersatz­neubau nicht stark betroffen, da Oberflächen- und Fließ­gewässer überspannt werden können. Lediglich Aus­wirkungen während der Bauphase, vor allem bedingt durch temporäre Verrohrungen von Gräben, sind möglich. Diese sind jedoch nur temporär und führen lediglich zu sehr geringen Beeinträchtigungen.

Schutzgut Wasser

Schutzgut Boden

In der Planung wurde darauf geachtet, Beeinträchtigungen von seltenen oder empfindlichen Böden oder auch Geo­topen zu vermeiden. Ihr Vorkommen fließt in die Korridor­abwägung mit ein. Wo notwendig werden bspw. Standorte der Masten außerhalb dieser Flächen geplant. Zudem gibt es bewährte Maßnahmen zur Vermeidung von Verdichtung und anderen Bodenschäden, die während des Baus umgesetzt werden.

Schutzgut Boden

Um Bodenverdichtungen über den gesamten Bauzeitraum zu vermeiden, werden bspw. Zuwegungen mit sogenann­ten Baggermatten (meist Stahlplatten) ausgelegt. Die Baggermatten werden als Baustraßen auf weichen, nicht tragfähigen Untergründen und Wiesenflächen genutzt. Die Platten dienen ebenfalls als Montageflächen für die ge­lieferten Mastteile. Empfindliche Böden werden mit den Platten bedeckt und geschützt, da das Gewicht nicht direkt über die Reifen an den Boden, sondern erst auf die Stahlplatte übergeht. Diese federn den Druck auf einer viel größeren Fläche ab und verteilen ihn entsprechend breit. Die Platten sorgen außerdem dafür, dass Unebenheiten im Gelände ausgeglichen werden und durch die Baustellen­fahrzeuge keine weiteren entstehen.

Schutzvlies unter geschotterten Baustraßen

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