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Planung und Genehmigung

Unserem 380-Kilovolt-Ersatzneubauprojekt liegt eine intensive Planungs- und Geneh­migungs­phase zu Grunde. Der Ostbayernring durchläuft in allen vier Teil­abschnitten ein eigenes Genehmigungsverfahren. Über dessen Fortschritt und die zugrundeliegenden Planungen wollen wir Sie an dieser Stelle ausführlich informieren.

Ablauf des Genehmigungsverfahrens

Der Ersatzneubau des Ostbayernrings hat das erforderliche Raumordnungsverfahren bereits in allen Abschnitten durchlaufen. Unter Berücksichtigung aller eingegangenen Stellungnahmen haben die Regierungen der Oberpfalz und von Oberfranken die geplante Leitungsführung bewertet. Mit der sogenannten landesplanerischen Beurteilung haben die beiden Regierungen das Raumordnungsverfahren im November 2016 abgeschlossen und mögliche Leitungsführungen empfohlen.

Nach Abschluss des Raumordnungsverfahrens für den Ostbayernring, hat TenneT die Vorbereitungen für das Planfeststellungsverfahren unmittelbar begonnen. Die Antragskonferenzen (Scoping-Termine) haben beide Mitte 2017 stattgefunden.

Grafik Planfeststellungsverfahren

Der Ostbayernring ist in vier Planungsabschnitte/­Planfeststellungsverfahren unterteilt, die aus planungs­technischen und aus organisatorischen Gründen bei den zuständigen Behörden zeitlich entflochten sind:

Abschnitt C:
UW Redwitz – UW Mechlenreuth    (ca. 51 Kilometer)

Abschnitt B-Nord:
UW Mechlenreuth – Regierungsbezirksgrenze Oberfranken/Oberpfalz    (ca. 37 Kilometer)

Abschnitt B-Süd:
Regierungsbezirksgrenze Oberfranken/Oberpfalz – UW  Etzenricht    (ca. 52 Kilometer)

Abschnitt A:
UW Etzenricht – UW Schwandorf    (ca. 43 Kilometer)

Mittlerweile hat TenneT die Planfeststellungsunterlagen für alle Planungsabschnitte eingereicht. Derzeit befinden wir uns in allen Abschnitten in der Erstellung unserer Planänderungsunterlagen. Im Abschnitt C haben wir die Deckblattunterlagen bereits bei der zuständigen Behörde eingereicht und stehen damit kurz vor dem Ende des formellen Genehmigungsverfahrens.

Teilabschnitte im Fokus

Abschnitt C

Schmematische Karte Abschnitt C

Im Abschnitt C (Redwitz – Mechlenreuth) wurden die Planungsunterlagen unter Berücksichtigung der eingegangenen Stellungnahmen bereits optimiert. Die angepassten Unterlagen wurden im Anschluss erneut durch die zuständigen Behörden veröffentlicht und die Öffentlichkeit wiederum dazu beteiligt. Den Planfeststellungsbeschluss erwartet TenneT im Spätsommer 2021.

Zeitstrahl Abschnitt C

Aufgrund einer geplanten Abschaltung der Bestandsleitung im europäischen Verbundnetz zur Herstellung zwischenzeitlicher Kreuzungen des Ersatzneubaus und der Bestandsleitung war es zwingend notwendig, dass der Bau des neuen Ostbayernrings im Juni 2021 beginnt. Die erforderliche sechs- bis achtwöchige Abschaltung im europäischen Verbundnetz ist für den Sommer 2022 vorgesehen. Um die Stabilität im europäischen Netz zu gewährleisten, muss diese notwendigerweise vor der geplanten Abschaltung des Kernkraftwerks "Isar II" Ende des Jahres 2022 erfolgen. Damit die Arbeiten am neuen Ostbayernring bis zum Zeitpunkt der Abschaltung ausreichend vorbereitet werden können, hat TenneT vor einiger Zeit einen ersten Antrag auf Zulassung des vorzeitigen Baubeginns auf Grundlage des Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) im Abschnitt zwischen Redwitz und Mechlenreuth bei der Regierung von Oberfranken gestellt. Der gestellte Antrag wurde Ende Mai durch die Regierung von Oberfranken bewilligt. Mitte Juni konnten daher die ersten Baumaßnahmen entlang des Leitungsabschnitts beginnen.

Um die erforderlichen Arbeiten am neuen Ostbayernring bis zur Abschaltung der Bestandsleitung ausreichend vorantreiben zu können, sind allerdings mehr als die bisher beantragten Masten erforderlich. Die bereits genehmigte Anzahl von 22 Masten ist nicht ausreichend, um einen unterbrechungsfreien Bauablauf bis zum erwarteten Planfeststellungsbeschluss im September zu gewährleisten. Dieser ist aber zwingend notwendig, damit die Arbeiten am neuen Ostbayernring bis zum vordefinierten Schaltungsfenster ausreichend vorangeschritten sind.

Daher hat TenneT 29 weitere Maste im Abschnitt zwischen Redwitz und Mechlenreuth bei der Regierung von Oberfranken im Zuge des vorzeitigen Baubeginns beantragt. Der ergänzende Antrag ist möglich geworden, da die privatrechtliche Sicherung der betroffenen Flurstücke seit dem ersten Antrag weiter vorangeschritten ist.

Abschnitt BNord & BSüd

Schematische Karte Abschnitt B

In den Abschnitten B-Nord (Mechlenreuth – Regierungs­bezirks­grenze Oberfranken/­Oberpfalz) und B-Süd (Regierungsbezirksgrenze Oberfranken/Oberpfalz – Etzenricht) befinden wir uns derzeit ebenfalls in der Erstellung der Deckblattunterlagen. Auch hier wird es nach Veröffentlichung der Unterlagen eine erneute Öffentlich­keits­beteiligung in beiden Abschnitten geben. Im Abschnitt B-Süd wird TenneT den Plan­fest­stellungs­beschluss voraussichtlich Ende 2022 und im Abschnitt B-Nord voraussichtlich Mitte 2022 erhalten.

Zeitstrahl Abschnitt BNord

Abschnitt BNord

Zeitstrahl Abschnitt BSüd

Abschnitt BSüd

Die eigereichten Unterlagen für den Abschnitt B-Nord finden Sie hier auf der Internetseite der Regierung von Oberfranken und für den Abschnitt B-Süd hier auf der Seite der Regierung der Oberpfalz.

Abschnitt A

Schematische Karte Abschnitt A

Auch im Abschnitt A (Etzenricht- Schwandorf) werden die Planungsunterlagen derzeit angepasst und die Deckblatt­unterlagen erstellt. Die Unterlagen wird TenneT voraus­sichtlich bis Mitte 2021 erstellt haben und anschließend bei der Regierung der Oberpfalz einreichen. In der Folge erwarten wir eine erneute Beteiligung der Öffentlichkeit zu den Planänderungsunterlagen. Die Genehmigung für den Abschnitt von Etzenricht nach Schwandorf erwartet TenneT gegen Ende des Jahres.

Zeitstrahl Abschnitt A

Die eingereichten Unterlagen für den Abschnitt A finden Sie hier auf der Internetseite der Regierung der Oberpfalz.

Freileitung

Der neue Ostbayernring ist wie schon die Bestandsleitung als Freileitung geplant und als solche durch das Bundesbedarfsplan­gesetz vorgesehen. Freileitungen auf der Höchst­spannungs­ebene ermöglichen eine verlustarme Stromübertragung und sind schon lange Stand der Technik. In Deutschland werden Frei­leitungen seit Ende des 19. Jahrhunderts eingesetzt. Dabei kommen in der Regel Stahlfachwerkmasten zum Einsatz, die eine technische Lebensdauer von bis zu 80 Jahren haben. Die erprobte Technologie ist leicht zu warten und kann bei Ausfällen in der Regel schnell wieder in Betrieb genommen werden. So garantieren Freileitungen ein stabiles Netz und damit eine sichere Strom­versorgung.

Bei der Planung und beim Bau einer Freileitung wird immer versucht, den Eingriff in die Schutzgüter (als Schutzgüter sind z. B. definiert: Mensch, Tiere, Pflanzen, Landschaft, Boden und Wasser) so gering wie möglich zu halten. Dafür stehen verschiedene Mast­bauformen zur Verfügung, die je nach Anforderung eingesetzt und gegebenenfalls auch kombiniert werden.

In Deutschland sind drei Masttypen verbreitet: der Donaumast, der Tonnenmast und der Einebenenmast. Beim Ostbayernring kommen neben individuellen Sonderkonstruktionen genau diese Masttypen zum Einsatz:

Masttypen

Darüber hinaus werden diese nicht nur mit einfacher Erdseilstütze eingesetzt, wie oben dargestellt. Vielmehr werden die gezeigten Masttypen auch mit einer geteilten Erdseil­stütze entlang des Ostbayernrings verwendet:

Masttypen2

Innerhalb der Masttypen unterscheidet man zudem noch zwischen Tragmasten und Winkel­abspannmasten. Tragmasten tragen die Leiterseile bei geradem Verlauf der Freileitung. Winkelabspannmasten werden immer dann eingesetzt, wenn die Leitung ihre Richtung ändert. Abspannmasten nehmen die Zugkräfte der Leiterseile auf. Sie sind daher massiver gebaut. Die Abstände zwischen den Masten betragen durchschnittlich zwischen 300 und 450 Meter.

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