Infomarkt SuedOstLink Abschnitt D3a/b
Stele mit Ordner

Anträge auf Planfeststellungs­beschluss für das Vorhaben 5a

Am 9. Juli 2021 reichen wir Anträge auf Planfeststellungsbeschluss nach § 19 NABEG für das Vorhaben 5a jeweils für den Abschnitt D3a und den Abschnitt D3b bei der Bundesnetzagentur als Genehmigungsbehörde ein (Information zu Vorhaben 5a). In den zwei Anträgen gehen wir unter anderem darauf ein, welche Auswirkungen unser geplantes Vorhaben 5a auf die Schutzgüter gemäß Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) haben könnten und welche Untersuchungen wir durchführen, um einen möglichst verträglichen Leitungsverlauf vorschlagen zu können.

Inhalte der Anträge auf Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben 5a 

Dr. Silke Rendigs, 
Teilprojektleiterin in den Planungsabschnitten D3a und D3b

Dr. Silke Rendigs

Fragen zu den Inhalten der Anträge beantwortet Dr. Silke Rendigs, Teilprojektleiterin in den Planungsabschnitten D3a und D3b.

Wir starten damit das Planfeststellungsverfahren. Wir beantragen formal die Genehmigung eines Trassenverlaufs für das Vorhaben 5a sowohl für die Gleichstromleitung als auch für die Wechselstrom-Anbindungsleitung zwischen dem Konverter und dem Netzverknüpfungspunkt. Wie auch schon für das Vorhaben 5 beantragen wir, den Konverter ebenfalls in das Planfeststellungsverfahren für den Abschnitt D3b zu integrieren. Zuvor ist das Vorhaben 5a mit Inkrafttreten der Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes am 4. März 2021 gesetzlich beschlossen worden. Allerdings legt das Gesetz nur fest, wo das Vorhaben beginnt und wo es endet – also die Netzverknüpfungspunkte. Mit unseren Anträgen machen wir einen ersten Vorschlag, wie das Vorhaben in Bayern im Abschnitt D3a zwischen Pfatter und der A 92 bei Isar und im Abschnitt D3b, dem Konverterbereich ISAR, verlaufen könnte, wo die Konverter errichtet und wie die Anbindungsleitungen zwischen Konverter und Netzverknüpfungspunkt verlaufen könnten.

Unser Trassenvorschlag mit Alternativen entspricht dem Trassenverlauf, der bereits mit dem Untersuchungsrahmen nach § 20 Netzausbaubeschleunigungsgesetz durch die Bundesnetzagentur für Vorhaben 5 bestätigt worden ist. Mehr Informationen hierzu sowie den beantragten Vorschlag mit Alternativen finden Sie im Bereich Planung und Genehmigung des digitalen Infomarktes. Mit der weiteren Planung konkretisieren wir den Trassenverlauf und passen ihn an. Dabei wählen wir einen technisch möglichen Verlauf mit möglichst geringen Auswirkungen auf Mensch, Natur und Umwelt.

Wie jedes Bauprojekt wird sich auch Vorhaben 5a als Teil von SuedOstLink auf die Natur und Umwelt auswirken. In den Anträgen legen wir dar, von welchen konkreten Auswirkungen auf die Schutzgüter nach dem Gesetz über die Umweltverträglichkeitsprüfung (UVPG) wir ausgehen. Zu den schützenswerten Gütern zählen unter anderem der Mensch und die menschliche Gesundheit, die Tiere und die Pflanzen, der Boden und die Fläche, die Landschaft, das Wasser, das Klima sowie das kulturelle Erbe und sonstige Sachgüter. Wir versuchen die Auswirkungen auf die Schutzgüter so gering wie möglich zu halten. Damit wir die Auswirkungen vorhersehen können, führen wir verschiedene Untersuchungen durch.

Anders als bei Freileitungen tritt um unsere Gleichstromerdkabelleitung kein elektrisches Feld auf, da das elektrische Feld vollständig vom metallischen Kabelmantel abgeschirmt wird. Lediglich ein magnetisches Gleichfeld wird um die Kabel auftreten. Dieses Feld wird bereits fünf bis zehn Meter von der Leitung entfernt dem Wert des natürlichen Erdmagnetfeldes entsprechen, welches uns ständig umgibt. Die Höhe des Magnetfelds um die Leitung wird den gesetzlichen Grenzwert deutlich unterschreiten. Gleiches gilt für die Anbindungsleitungen (Freileitung oder Erdkabel) vom Konverter zum Umspannwerk, die nun Wechselstrom transportieren: Auch hier liegen die Werte für das Magnetfeld weit unter den erlaubten Höchstwerten. Und wie beim Gleichstromkabel werden auch beim Wechselstromkabel die elektrischen Felder durch den Kabelschirm und das umgebende Erdreich abgeschirmt. Das elektrische Feld einer möglichen Wechselstrom-Freileitung ist durch den vorgeschriebenen Mindestabstand sogar kleiner als von einem Haushaltsgerät (z. B. Haartrockner).

Beim Betrieb der Konverter treten sowohl elektrische und magnetische Felder an den Drehstromleitungen (50 Hz) wie auch elektrische und magnetische Gleichfelder (0 Hz) an den Gleichstromgeräten auf. Die elektrischen Gleichfelder der Konverter werden durch die Konverterhalle nach außen hin abgeschirmt.

Die Festlegung der Untersuchungsrahmen nach § 20 Netzausbaubeschleunigungsgesetz ist der nächste Schritt im Genehmigungsverfahren für das Vorhaben 5a. Mit den jetzigen Anträgen legen wir die Grundlage dafür. Die Untersuchungsrahmen bestimmen dann, welche Gutachten, Studien und weiteren Unterlagen für die Planung des finalen Trassenverlaufs notwendig sind und welche Trassenverläufe wir genauer untersuchen müssen.

Die letzten Anträge vom März und April 2020 umfassten das Vorhaben 5 und einen weiteren Kabelgraben für zwei Leerrohre für zukünftigen Übertragungsbedarf. Die heutigen Anträge konzentrieren sich auf das Vorhaben 5a, mit dem dieser Leerrohrgraben nach der Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes bis 2030 befüllt werden soll, und auf den zusätzlichen Konverter mit Anbindungsleitungen für Vorhaben 5a. Die heutigen Anträge des Vorhabens 5a bauen auf den Anträgen des Vorhabens 5 vom März und April 2020 auf. Sie basieren auf der Festlegung der Untersuchungsrahmen nach § 20 Netzausbaubeschleunigungsgesetz für das Vorhaben 5 im Oktober 2020 durch die Bundesnetzagentur. Dort legte die Bundesnetzagentur fest, wie unsere Planungen angepasst werden sollen und welche weiteren Untersuchungen durchzuführen sind.

Im April 2020 haben wir zwei Konverter beantragt, einen für die zwei Gigawatt des Vorhabens 5 und einen weiteren für den Betrieb der mit beantragten Leerrohre. Für die Konverter wurden vier Suchräume für den Konverter-Standort im Antrag betrachtet und die Suchräume 3 und 4 zur weiteren Betrachtung vorgeschlagen. Zudem enthielt der Antrag Vorschläge für mögliche Verläufe von Anbindungsleitungen zwischen Konverter und Netzverknüpfungspunkt. Wir haben sowohl eine Freileitung als auch ein Erdkabel in Betracht gezogen.

Für Konverter und Anbindungsleitung gibt es mit der Novelle des Bundesbedarfsplangesetzes nun Klarheit, wann der zweite Konverter und die dazugehörige Anbindungsleitunng realisiert werden. Für das Vorhaben 5a wird bis 2030 ein Konverter benötigt. Im Antrag auf Planfeststellungsbeschluss für das Vorhaben 5a betrachten wir nur noch die Standorte, die für beide Konverter-Anlagen geeignet sind, die Standorte 3 und 4. Die beiden Standorte 2 und 4 Nord nehmen wir nicht weiter in den Blick, weil wir sie als deutlich nachteilig erachten.

Wegen des räumlichen und zeitlichen Zusammenhanges zwischen Vorhaben 5 und Vorhaben 5a beantragen wir bei der Bundesnetzagentur, dass die finale Planfeststellungsentscheidung durch die Bundesnetzagentur nach § 24 Netzausbaubeschleunigungsgesetz beide Vorhaben umfasst. Dadurch kann die Bundesnetzagentur die Wechselwirkungen zwischen beiden Vorhaben integriert betrachten und so sich aufhebende oder verstärkende Wirkungen beider Vorhaben in die detaillierte Trassen- und Ausführungsplanung einbeziehen. 

Einige der Schutzgüter, die wir bei TenneT bei den Planungen des Trassenverlaufs, der Konverter und der Anbindungsleitung berücksichtigen

Interaktiver 3D Raum
Boden Interaktiver Raum
Pinnwand mit Trassenkarte
Bagger und Erdkabel-Rolle
Ordner
Stele mit Taschenrechner
Zwei Personen sprechen miteinander