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SuedLink: Technik und Bauweise

Effiziente Stromübertragung über weite Strecken

Erneuerbare Energien schwanken stark in ihrer Stromproduktion. Die leistungsstarke Höchstspannungs-Gleichstrom-Übertragungsleitung (HGÜ) SuedLink hilft, den lokal produzierten Strom zu bündeln und flexibel in das Stromnetz zu integrieren: indem Lastflüsse besser gesteuert und Übertragungsverluste gering gehalten werden, kann der Strom effizient über weite Strecken transportiert werden. Für Gleichstromleitungen wie SuedLink gilt grundsätzlich ein Erdkabel-Vorrang. Daher wird SuedLink als Erdkabel geplant.

Bei HGÜ wird elektrische Energie mittels Gleichstroms übertragen. Um Gleichstromleitungen wie SuedLink in das bestehende Wechselstromnetz zu integrieren, sind Konverter notwendig. Sie wandeln Wechselstrom in Gleichstrom um – und umgekehrt.

Konverter

Wie wird SuedLink gebaut?

TransnetBW und TenneT haben sich bei SuedLink für den Einsatz innovativer 525-kV-Erdkabel entschieden. Die 525-kV-Kabel übertragen mehr Strom als die Kabel mit der herkömmlichen Spannungsebene von 320 kV. Das halbiert die Anzahl der benötigten Kabel und minimiert die Auswirkungen auf Menschen und Natur. Die Eignung der 525-kV-Technologie wurde zuvor durch langjährige Tests bestätigt.

Kabelaufbau

SuedLink besteht aus zwei Vorhaben, die über einen Großteil ihrer Strecke, der sogenannten Stammstrecke, nebeneinander verlaufen. So können die Auswirkungen auf Menschen und Natur so gering wie möglich gehalten werden. Aufgrund der unterschiedlichen südlichen und nördlichen Endpunkte der beiden Verbindungen werden die zwei Kabelsysteme jedoch teilweise auch räumlich getrennt verlegt.

Auf der Stammstrecke werden die 525-kV-Kabel in zwei nebeneinanderliegenden Gräben angeordnet. Die Trennung in zwei Kabelgräben erfolgt aus bautechnischen und betriebsbedingten Gründen, um zum Beispiel den Erdaushub zu minimieren. Pro Vorhaben wird ein Schutzrohr für die Lichtwellenleiter zur Datenübertragung zwischen den Netzverknüpfungspunkten mitverlegt. Der Achsabstand zwischen den Gräben beträgt – je nach Bodenbeschaffenheit und geplanter Bauausführung – bis zu zehn Meter. Die Gräben sind zwischen 1,80 und 2,00 Meter tief, um im Regelfall eine Überdeckung der Kabel von 1,30 bis 1,50 Meter gewährleisten zu können.

Die Breite des Schutzstreifens bei der Stammstrecke beträgt im Betrieb ca. 16 bis 20 Meter. Sie umfasst beide Kabelgräben, Zwischenraum sowie äußere Schutzabstände von jeweils drei Metern (im Wald fünf Meter). Während der Bauphase hat der Arbeitsstreifen eine Breite von ca. 40 bis 45 Metern. Die Breite hängt im Wesentlichen von der Anzahl der zu trennenden Bodenschichten sowie der Anzahl und Breite der Baustraßen ab.

Erdkabel Grabenprofil

Kabelverbindungen

Die Kabel für SuedLink haben in der Regel eine Länge von 1.000 Metern werden auf Kabelspulen zur Baustelle transportiert. Die Kabelenden werden mit Hilfe sogenannter Muffen miteinander verbunden. Die Montage erfolgt in einem Container auf der Baustelle, der nach Abschluss der Arbeiten wieder entfernt wird. Muffen und Erdkabel werden mit einem Bettungsmaterial überdeckt.

Offene Verlegung als Regelfall

SuedLink wird in der Regel in offener Bauweise, d.h. in Kabelgräben verlegt. Dafür werden zunächst die Baustraßen, Zufahrten und Baueinrichtungsflächen eingerichtet und die Kabelgrabenachsen eingemessen und markiert. Im nächsten Schritt wird der Oberboden und anschließend der Unterboden schichtweise abgetragen und getrennt voneinander gelagert. Nach dem Kabeleinzug wird der Boden in der gleichen Reihenfolge wie beim Aushub rückverfüllt.

Geschlossene Verlegung

Müssen zum Beispiel Gewässer oder Straßen überquert werden, kann das mit Hilfe einer geschlossenen Verlegung erfolgen, etwa durch das Rohrpressverfahren, das Spühlbohrverfahren (englisch: Horizontal Directional Drilling, abgekürzt: HDD) oder Mikrotunnel. Die Unterbohrung von Hindernissen mittels HDD-Verfahren ist üblicherweise über eine Länge von bis zu 1.000 Metern möglich. 

HDD-Verfahren

Querung der Elbe

Im Norden ist für die Querung der Elbe ein Tunnelbauwerk notwendig. Nach aktuellem Planungsstand wird SuedLink die Elbe südwestlich der Gemeinde Wewelsfleth in Schleswig-Holstein queren (Startschacht). Der Zielschacht befindet sich in Freiburg/Wischhafen in Niedersachsen. Insgesamt wird der Tunnel rund fünf Kilometer lang sein. Sowohl der Start- als auch der Zielschacht werden landseitig vom Hauptdeich errichtet und voraussichtlich eine Grundfläche von etwa 23 m x 15 m haben.

Elbquerung

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