Infomarkt Westküstenleitung
Die Freileitung

Die Freileitung im fünften Abschnitt

Im Juni 2020 stellte TenneT gemeinsam mit dem Ministerium für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt, Natur und Digitalisierung des Landes Schleswig-Holstein (MELUND) den Vorschlagskorridor für den fünften Abschnitt vor. Bis zur Einreichung der Planfeststellungs­unterlagen im September 2020 haben die technischen- und umweltfachlichen Planer intensiv an der Ausarbeitung der konkreten Trassierung gearbeitet. Nach einer ausführlichen Phase des intensiven, informellen Dialogs von 2018 bis 2020 werden nun alle Bürgerinnen und Bürger der Region zu der konkreten Trassierung formell beteiligt.

Die Maste

Die finale Trasse zwischen dem Umspannwerk Klixbüll/Süd und der Bundesgrenze Dänemark ist ca. 15 Kilometer lang. Auf dieser Strecke werden 37 Masten gebaut, die jeweils in einem Abstand von ca. 400 Metern errichtet werden. Die Masten werden zwischen ca. 44 und 65 Metern hoch sein.

Für die Westküstenleitung nutzt TenneT sogenannte Donaumasten.

Donaumasten

Masttyp "Donau"Diesen Masttyp setzt TenneT in ganz Deutschland am häufigsten ein. Er bietet einen guten Kompromiss zwischen Masthöhe und Trassenbreite.

An der Mastspitze befindet sich zum Schutz vor Blitzen ein Erdseil (Blitzschutzseil). Das Herzstück einer Stromleitung sind aber die Leiterseile. Über sie erfolgt der Stromtransport. Auf jedem Ausleger liegt ein System, das aus jeweils drei Leiterseilen besteht und zukünftig grüne Energie aus Nordfriesland abtransportieren wird.

Innerhalb der Masttypen wird zwischen Tragmasten und Winkelabspannmasten unterschieden. Tragmasten tragen die Leiterseile bei geradem Verlauf der Freileitung. Winkelabspannmasten werden immer dann eingesetzt, wenn die Leitung ihre Richtung ändert. Abspannmaste nehmen außerdem die Zugkräfte der Leiterseile auf.

Bauphasen in sechs Schritten

Die Errichtung einer Freileitung ist unterteilt in mehrere Bauphasen. Der erste Schritt ist hierbei die Baugrund­unter­suchung im Bereich der Maststandorte. Es folgen die bauvorbereitenden Maß-nahmen. Nach der Baustellen­einrichtung beginnen die eigentlichen Bauarbeiten. Zunächst wird mit der Gründung ein Fundament gesetzt, das der Tragfähigkeit des Baugrunds entspricht. Darauf aufbauend werden die Masten montiert (Maststockung). Mit der als Seilzug bezeichneten Montage der Leiter- und Blitzschutzseile werden die Arbeiten abgeschlossen. Alle vorübergehend genutzten Flächen, Arbeitsflächen, Straßen und Wege werden nach dem Bau in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt.

Die Freileitung ist fertiggestellt, sobald alle Masten aufgestellt und beseilt sind und die Leitung an die Umspannwerke angeschlossen ist.

Freileitung im Bau - Die Entstehung in sechs Schritten

Freileitung im Bau - Die Entstehung in sechs Schritten

Baugrunduntersuchungen

Vor dem Bau ist es notwendig, den Baugrund der geplanten Maststandorte zu untersuchen. Die Ergebnisse der Baugrunduntersuchung zeigen auf, welche Mastgründungen geeignet sind. Baugrunduntersuchungen werden in der Regel als Druck- und Rammkernsondierungen oder als Rotationsbohrungen durchgeführt und geben Aufschluss über den Baugrundaufbau und dessen bodenmechanische Eigenschaften. Die dabei entnommenen Bodenproben werden anschließend im Labor ausgewertet, um ein Bodenprofil erstellen zu können.

Über den Beginn aller Aktivitäten auf einem Grundstück werden der jeweilige Eigentümer und ggf. Pächter rechtzeitig vorab informiert. Dies gilt nicht nur für die Baugrunduntersuchungen sondern auch für den späteren Baubeginn auf der jeweiligen Fläche.

Bauvorbereitende Maßnahmen

Vor Baubeginn werden die Eigentümer, Pächter und Behörden in der Region informiert, um die im Detail zu berücksichtigenden Bauanforderungen und den Bauablauf abzustimmen. Anschließend werden Baustellen eingerichtet, d.h. die erforderlichen Wege und Arbeitsflächen rund um den Mast werden temporär ausgebaut. Dies ist die Voraussetzung dafür, dass die eigentlichen Bauarbeiten beginnen können.

Die Gründung

Zu Beginn der Bauarbeiten wird der genaue Maststandort gemäß den Koordinaten aus der Planfeststellung markiert. Je nach Beschaffenheit des Bodens wird entweder die Flachgründung oder die Tiefgründung gewählt. Zu den Flachgründungen zählen die Plattenfundamente und die Stufenfundamente. Als Tiefgründungen bezeichnet man gerammte oder gebohrte Fundamente.

Plattengründung

Rammpfahlfundament & Bohrpfahlfundament

Stufenfundament/Plattenfundament

Stufenfundament & Plattenfundament

Pfahlgründung: Bei der Pfahlgründung werden Rohre oder Stahlträger in den Boden eingerammt. Diese sorgen für eine Lastabtragung in den Baugrund. Bei nicht rammfähigem Boden werden gebohrte Pfähle aus örtlich hergestelltem Stahlbeton eingesetzt. Dazu wird eine Ramme bzw. ein Bohrgerät am Maststandort aufgebaut. Um den Boden bei der Anfahrt der Ramme bzw. des Bohrgerätes zu schonen, wird dieser z. B. mit Holzbohlen oder Bagger­matten ausgelegt. Das Rammen oder Bohren der Pfähle in den Boden dauert in der Regel einen Tag. Danach werden die Eckstiele in die Rohre eingelassen und einbetoniert. 

Plattengründung: Bei der Plattengründung wird zunächst mit einem Tieflöffelbagger eine Grube für ein Mastfundament ausgehoben. Im Anschluss wird die Grubensohle mit einer Sauberkeitsschicht hergerichtet, die Wände werden mit einem Baugrubenverbau aus dünnen Stahlprofilplatten oder Holzschalungen gestützt. Die Fußeckstiele werden an den vier Ecken des Maststandortes aufgestellt und darauf das Unterteil des Mastes montiert. Die Bewehrung für den Stahlbeton wird als Korb aus rechtwinkligen Stäben auf der Sauberkeitsschicht und um die Fußeckstiele verlegt. Nachdem die formgebende Schalung aufgestellt ist, kann das Fundament mit geeignetem Beton vergossen werden. Dieser ist an die örtlichen Verhältnisse angepasst und härtet mehrere Tage aus, bevor die weiteren Bauschritte folgen.

Mastmontage und Seilzug

Für den Mastbau werden die einzelnen Bauteile des Mastes vor Ort vormontiert und verschraubt. Aufbauend auf dem Fundament wird anschließend der Mast errichtet (sogenannte Maststockung). Mit der als Seilzug bezeichneten Montage der Leiter- und Blitzschutzseile werden die Arbeiten abgeschlossen. 

Alle vorübergehend genutzten Flächen, Arbeitsflächen, Straßen und Wege werden nach dem Bau in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt. Die Freileitung ist fertiggestellt, sobald alle Masten aufgestellt sowie beseilt sind, und die Leitung an die Umspannwerke angeschlossen wurde. Wenn alles fertiggestellt ist, kann die Leitung ihren Betrieb aufnehmen.

Sind alle Bauflächen in ihren ursprünglichen Zustand zurückversetzt und die Leitung ist in Betrieb, kann unter der Leitung bzw. den Leiterseilen auch weiterhin eine Bewirtschaftung erfolgen.

Übrigens: Der Mastbereich bietet für Vögel eine ideale Brutmöglichkeit, Masten und Leiterseile werden von einigen Arten als Rast- und Schlafplatz genutzt. Auf den Freileitungsmasten brüten zum Beispiel Fischadler, Störche oder Falken.

Hintergrund des Infomarktes, Raum mit Bäumen und TenneT-Logo an der Wand
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